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Geschichte

Das heutige Blasorchester des Turnvereins TV Niederbrechen vollzog die gleiche Entwicklung, wie viele andere „Turnerorchester“ im Bund Deutscher Blas- und Volksmusikverbände.

Die Anfänge liegen im Jahre 1949. Aus einer Gruppe von pfeifenden und trommelnden Turnern, vornehmlich junge Männer, formierte sich der erste Spielmannszug unter der Leitung von Rudi Königstein.

Ab 1962 kamen die ersten Fanfaren hinzu und bereits fünf Jahre später zeigte sich ein deutlicher Trend zur „gemischten“ Besetzung, d.h. Spielleute und Fanfaren ergänzt durch einzelne Blasinstrumente.

1970 war ein einschneidendes Jahr in der Geschichte unseres Orchesters. Rudi Königstein gab damals nach 21 Jahren erfolgreicher Arbeit den Dirigentenstab an Hans Steiner ab.

Dank einer intensiven Jugendausbildung durch Hans Steiner formierte sich bereits 1973 das erste Jugendblasorchester, welches als „Nährboden“ für das „Große Orchester“ diente. In dieser ersten Blütezeit wuchs das Blasorchester auf ein beachtliches Format in Bezug auf Größe und Niveau.

Unter seiner Leitung reifte es in den folgenden Jahrzehnten zu einem beachtlichen Klangkörper heran und wurde weit über die heimischen Grenzen hinaus bekannt.

Durch das Überangebot an Freizeitgestaltungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche und mangelnde Werbung blieb dann aber der musikalische Nachwuchs Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre aus bzw. nahm rapide ab.

Das Blasorchester konnte sich zwar über einige Jahre weiterhin behaupten, doch wurden die durch Fluktuation entstehenden Löcher nicht mehr vollständig gestopft.

Erst intensive Werbung sowie die Gründung der „Musikalischen Früherziehung“ und die Neuformierung des Jugend – und Schülerorchesters, waren Garanten für die Zukunft und bedeuteten das Ende dieser Durststrecke.

1998 übernahm Michael Steiner die musikalische Leitung des Orchesters von seinem Vater. Als Dirigent des Jugendblasorchesters war er an dem Aufbau und der Neustrukturierung der Jugendausbildung seit Beginn der 90er Jahre maßgeblich beteiligt.

Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht den Klangkörper des Blasorchesters weiter zu formen und neue Akzente zu setzen. Dies gelang ihm hervorragend, wie man an den gelungenen Konzerten und dem erfolgreichen Abschneiden bei Wertungsmusizieren in den letzten Jahren sehen kann. Allerdings nahm die Ära Michael Steiner im Mai 2009 ein Ende – aus beruflichen und persönlichen Gründen legte Michael nach mehr als 10jähriger Dirigententätigkeit sein Amt nieder und übergab den Taktstock an seinen langjährigen Weggefährten und Freund Oliver Nickel aus Braunshardt bei Darmstadt.

Wertungsspiel-Ergebnisse

Die Teilnahme am Wertungsmusizieren auf Landes- und Bundesebene wird vom Blasorchester stets zur Weiterentwicklung genutzt. Der Spaß kommt hier natürlich auch nicht zu kurz, die musikalische Leistung steht jedoch im Vordergrund, was die Erfolge der letzten Jahre belegen:

Beim Hessischen Turnfest 2001 in Bad Homburg erreichte das Blasorchester auf Landes-Verbandsebene in der Oberstufe (Höchststufe war nicht besetzt) als einziges aller angetretenen Orchester das Prädikat: “1. Rang mit Auszeichnung”.

Beim Deutschen Turnfest in Leipzig im Jahr 2002 setzte sich das Blasorchester dann dem kritischen Wertungsgericht aus und erhielt als einziges Orchester in der Oberstufe (Höchststufe war nicht besetzt) das Prädikat „Ausgezeichnet“ und durfte sich so „Deutscher Turnfestsieger 2002“ nennen.

Im Jahr 2003 nahm das Orchester an der hessischen Vorentscheidung zum Deutschen Orchesterwettbewerb in Sendesaal des HR teil. Mit einem dritten Platz und dem Prädikat “mit sehr gutem Erfolg” kehrte das Blasorchester aus Frankfurt zurück und knüpfte damit nahtlos an seinen großartigen Erfolg als Turnfestsieger im vorangegangenen Jahr an.

Im Mai 2005 setzte sich das Blasorchester erneut dem kritischen Wertungsgericht beim Deutschen Turnfest in Berlin aus, dieses Mal sogar in der Höchststufe. Die Wertungsrichter waren vom Vortrag begeistert und verliehen dem Blasorchester wie bereits 2002 in Leipzig das Prädikat „Ausgezeichnet“ und damit „Deutscher Turnfestsieger 2005“. Ein großer und historischer Erfolg, zumal noch nie zuvor ein Höchststufenorchester das Prädikat „Ausgezeichnet“ erreicht hatte.

Im November 2006 nahm das Blasorchester am Wertungsmusizieren anlässlich des 1. Landesmusikfests des Hessischen Turnverbandes in Mühlheim teil – und übertraf erneut alle Erwartungen: Es startete neben dem Blasorchester der SG Weiterstadt und dem Blasorchester der TSG Wixhausen in der Höchststufe mit dem Pflichtstück „Symphonic Overture“ von James Barnes und dem Kürstück „Egmont“ von Bert Appermont und erreichte das Prädikat „Ausgezeichnet“ mit 92,25 Punkten – immerhin einen Punkt mehr als das stärker eingeschätzte Orchester aus Weiterstadt und nur 0,5 Punkte weniger als das Wixhausener Blasorchester!