Neun Medaillen für den TV Niederbrechen

Die hessischen Mehrkampfmeisterschaften des Turnverbandes fanden heuer aus organisatorischen Gründen an zwei verschiedenen Orten statt. Der größte Teil der Mehrkämpfe wurde in Schlüchtern durchgeführt, während die Einzelkämpfe in Steinau ausgetragen wurden. Trotz des weiten Anreiseweges vieler Teilnehmer auch aus anderen Bundesländern, waren die Wettkämpfe erstaunlich gut besetzt. Aus gutem Grund. War dieser Termin doch die letzte Gelegenheit für die Athleten/innen die Qualifikationsnorm für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Einbeck/Niedersachsen zu erfüllen.

Entsprechend hoch motiviert gingen auch die Leichtathletinnen des TV Niederbrechen an den Start. Bereits am frühen Morgen mussten die Fünfkämpferinnen antreten. Chiara Stillger sammelte mit Leistungen, die allesamt im Rahmen ihrer Möglichkeiten lagen insgesamt 44,438 Pkt., wobei der 1000m-Lauf in der Mittagshitze ihr und den anderen Konkurrentinnen viel abverlangte. Da sie bereits vor dieser Meisterschaft die Norm von 45 Zählern erfüllt hatte, konnte sie als Vizemeisterin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Hier ihre Einzelleistungen: 100m: 15,35 Sek. – Weitsprung: 4,39 m – Kugelstoßen: 8,38 m – Schleuderballwerfen: 34,08 m – 1000m: 4:02,8 Min.).

Mit Höhen und Tiefen hatte Marie Schönsiegel in der Klasse W14-15 zu kämpfen. Im Weitsprung traf sie nicht den Balken (4,11 m) und beim 100m-Sprint herrschte ein strammer Gegenwind (14,88 Sek.). Während sie im Schleuderballwerfen eine neue Bestleistung (36,21 m) erzielte, blieb sie beim Kugelstoßen mit 8,08 m unter ihren Möglichkeiten. Über die 1000m-Strecke wiederum verfehlte sie mit einem couragierten Lauf in 4:06,4 Min. nur knapp ihre Bestzeit. Damit hatte sie insgesamt 44,605 Pkt. auf ihrem Konto. Trotz dieser persönlichen Bestmarke reichte dies leider nicht für die in 2018 deutlich angehobene Norm von 47,5 Punkten.

Konstanze Neu-Müller und Ulrike Wingenbach waren im Friesenkampf der Altersklasse W50+ wieder eine Bank. Bei diesem Wettbewerb ist Vielseitigkeit gefragt. Neben dem Luftgewehrschießen, 50m-Schwimmen und Degenfechten stehen mit dem Kugelstoßen und dem 75m-Sprint auch zwei leichtathletische Disziplinen auf dem Programm. In diesem Jahr hatte Konny deutlich die Nase vorn und siegte mit 45,097 Pkt. vor ihrer Schwester Uli, die sich als Zweite 37,643 Punkte sammeln konnte. Damit lagen beide deutlich über ihrem Ergebnis vom Deutschen Turnfest 2017 in Berlin.

Die Einzelkämpfe in Steinau wurden zu einem Triumph für die Schleuderballerinnen des TVN.

In der Klasse W18-19 sah zunächst alles nach einem knappen Resultat aus. Doch dann schockte Chiara Stillger mit einem gewaltigen Wurf auf 38,45 m die Konkurrenz und sicherte sich mit drei Metern Vorsprung die Goldmedaille. Im Steinstoßen wuchtete sie als Favoritin das 5kg – schwere Gerät auf 8,81 m (Saisonbestleistung) und war damit nicht zu schlagen. So holte sich die DM-Vierte des Vorjahres das dritte Edelmetall und war damit die erfolgreichste heimische Teilnehmerin.

In der nächst jüngeren Klasse W16-17 überraschte Fatima Kargbo im Schleuderballwerfen. Trotz eines deutlichen Trainingsrückstandes schrammte sie mit 39,68 m (persönliche Bestweite) nur knapp an der 40m-Marke vorbei und gewann den Wettbewerb incl. A-Qualifikation für die DM. Auch im Steinstoßen überzeugte sie als Vizemeisterin und übertraf mit 7,61 m auf Anhieb die geforderte Mindestweite von 7,00m.

Ihre Vereinskameradin Daria Stich konnte ebenfalls jubeln, da sie mit 37,99 m im Schleuderballwettbewerb die erhöhte Norm schaffte und sich die Bronzemedaille sicherte. Beim Steinstoßen blieb sie mit 6,62 m als Fünfte etwas unter ihren Möglichkeiten. Damit hat sie die B-Norm in der Tasche, muss aber noch zittern, ob die Weite wegen der Teilnehmerbeschränkung für die DM reicht.

Die stark besetzte Schleuderballmeisterschaft der W14-15 entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Hier zeigte sich Marie Schönsiegel in Bestform. Im ersten Versuch erzielte sie mit 31,53 m exakt die gleiche Weite, wie die Favoritin, Katharina Altlay vom SG Enkheim. Im zweiten Durchgang setzte sich Marie mit 35,55 m an die Spitze. Beim dritten Wurf konterte ihre Gegnerin mit 36,04 m. Mit persönlicher Bestleistung von 36,47 m im fünften Versuch eroberte sich die Niederbrecherin wieder die Spitze zurück. Bei ihrer letzten Möglichkeit das Blatt noch zu wenden kam die Enkheimerin auf 36,07 m, was aber nicht ganz reichte. Damit war bei Marie Schönsiegel die Freude über ihren ersten Hessenmeistertitel natürlich riesig. Ihre Vereinskameradin Ida Schermuly warf 29,66 m und konnte sich als Fünfte noch unter den besten acht platzieren.

Im abschließenden Steinstoßen erkämpfte sie sich Marie mit dem ungewohnten 3kg-Gerät und 8,42 m noch die Bronzemedaille. Mit 7,30 m und Rang vier landete Ida Schermuly ebenfalls in der Spitzengruppe.