Beste DM-Bilanz seit 24 Jahren

Bereits zum vierten Mal fanden die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften des Turnerbundes in Einbeck/Niedersachsen statt. Für Einbeck sprechen die zentrale Lage und die dicht beieinander liegenden Sportstätten. Durch die vielen in den vergangenen Jahren gesammelten Erfahrungen konnte der Ausrichter die Veranstaltung trotz der hohen Teilnehmerzahlen reibungslos abwickeln. Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Vom TV Niederbrechen hatten sich trotz der erhöhten Normen vier Athletinnen qualifiziert. Bereits zum fünften Mal nominiert: Chiara Stillger, die sich mittlerweile in der deutschen Spitze ihrer Altersklasse etabliert hat.

Am Samstag begann sie das Meisterschaftswochenende mit dem Fünfkampf. Hier sammelte sie 44,971 Punkte und schrammte nur hauchdünn an ihrem eigenen Rekord vorbei. Diesen hätte sie auch übertroffen, wäre ihr nicht bei der Auswertung des 100m-Sprints versehentlich die falsche Zeit zugeordnet worden. So bekam sie 5 hundertstel Sekunden zu viel angerechnet (15,01 Sek.). Im Weitsprung verfehlte sie den Balken und musste sich mit 4,12 m begnügen. Überzeugend waren wieder ihre Wurfergebnisse. Im Kugelstoßen verbesserte sie ihre persönliche Bestmarke auf 8,86 m. Auch beim Schleuderballwerfen hinterließ sie auf dem nassen, rutschigen Rasen des Nebenplatzes einen sichereren Eindruck. Hier standen für sie 34,46 m zu Buche. Über 1000m lief sie ein vielversprechendes Rennen, bei dem ihr leider am Ende etwas die Kräfte ausgingen. So verfehlte sie ihre Bestzeit nur um knapp zwei Sekunden. Die Belohnung des anstrengenden Tages war am Ende Rang acht in der Klasse W18-19.

Am Sonntag überraschte Chiara im Schleuderballwerfen mit der zweiten persönlichen Bestweite. Mit 38,94 m erkämpfte sie sich einen unerwarteten vierten Platz, ihr bisher bestes Resultat bei einer Deutschen Meisterschaft. Trotz konstanter Würfe über 37m hinaus, wollte aber die 40m-Marke einfach nicht fallen.

Im abschließenden Steinstoßen steigerte sich die TV-Athletin nach 8,64 m zum Auftakt von Versuch zu Versuch und wuchtete schließlich das 5kg – schwere Gerät auf die neue Vereinsrekordweite von 9,04 m! Als Fünfte ließ sie damit weitaus stärker eingeschätzte Athletinnen hinter sich. Mit dieser tollen Bilanz beendete Chiara ihre bisher erfolgreichste DM.

Marie Schönsiegel, die amtierende Landesmeisterin im Schleuderballwerfen der W14-15, hatte am meisten mit ihrer eigenen Nervosität zu kämpfen. Dann kamen leider noch technische Fehler dazu. Aber auch wenn sie ihre Rekordweite von den Hessenmeisterschaften nicht ganz erreichte, so überzeugte sie doch mit 34,35 m. Damit qualifizierte sie sich erstmals für das Finale einer DM. Hier belegte Marie in der Endabrechnung einen tollen fünften Rang.

Fatima Kargbo (W16-17) war durch eine Erkältung gehandicapt und blieb im Steinstoßen mit 6,98 m hinter ihrem Leistungsvermögen zurück (Rang 13). Ihre Weite von den Landes-meisterschaften (7,61m) hätten für den Endkampf der besten Acht gereicht. Im äußerst stark besetzten Schleuderballwettbewerb lief es besser. Hier übertraf sie mit ausgezeichneten 40,41 m erstmals die 40m-Marke. Das reichte allerding „nur“ für Rang zehn.

In der gleichen Klasse verpasste Daria Stich im Steinstoßen mit 6,89 m nur knapp ihre Bestweite und beendete das Klassement als 14. Im Schleuderballwerfen blieb die DM-Achte des Vorjahres mit 34,42 m und Platz 12 leider etwas unter ihren Möglichkeiten.

Mit insgesamt fünf Top–Ten – Platzierungen übertrafen unsere Leichtathletinnen jedoch deutlich die Erwartungen. Seit mehr als 20 Jahren gab es nicht mehr so eine erfolgreiche Bilanz zu verzeichnen!