Turnen

Geräte

Die Geräte

weiblich männlich
Boden Boden
Schwebebalken Pferd
Stufenbarren Ringe
Sprung Sprung
Barren
Reck

Boden

BodenDer Boden ist ein sogenanntes Sprunggerät. Er besteht entweder aus einer Bahn von kleinen Matten, oder aus „Läufern“. Im höheren Wettkampfbereich werden diese zu einer Bodenfläche von 12m x 12m zusammengelegt. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine federnde Unterfläche unter die Läufer zu legen, die sogenannte Tumblingbahn.

Der Boden ist im Programm von Turnerinnen und Turnern enthalten. Hierauf werden alle möglichen Kunststücke gezeigt, für die keine Geräte nötig sind. Hierzu gehören alle Arten von Rollen, am Boden, in der Luft oder als Mischung, Überschläge (Kopfkippe, Handstützüberschlag vorwärts oder rückwärts – der Flick – Flack, …) oder Sprünge.

Bei den Damen ist außer der Übung auch noch das Timing gefragt, sie turnen nach Musik. Bei den Herren dagegen ist die Übung in einem bestimmten Zeitfenster zu absolvieren.

Schwebebalken

SchwebebalkenDer Schwebebalken ist ein reines Damengerät.

Die Balance ist neben dem Beherrschen der Übungsteile wohl eine der wichtigsten Fähigkeiten, die für ihn benötigt werden. Auf dem Schwebebalken ist, ähnlich wie am Boden, der Ausdruck, mit dem die Übung geturnt wird, sehr wichtig.

Der Balken wird beturnt mit kleinen oder großen Sprüngen, Drehungen um alle möglichen Körperachsen, Handständen, Überschlägen und allen anderen denkbaren Balanceakten. In höheren Wettkämpfen sieht man hier auch einige Salti oder Flick-Flacks.

Um die Übungsteile zunächst mit einer kleineren Gefahr zu üben, steht meist ein „Minischwebebalken“ von ca 20cm Höhe zur Verfügung.

Stufenbarren

StufenbarrenAuch der Stufenbarren ist ein reines Damengerät. Der Name leitet sich ab über die holmenartigen (zu „Holmen“ siehe Barren) Stangen, die in unterschiedlicher Höhe (also zwei Stufen) aufgebaut sind. Im Gegensatz zum Barren wird die Übung hier jedoch wie am Reck quer zur Holmenrichtung geturnt.

Die Damen beginnen die Karriere am Stufenbarren, wie die Herren im Reckturnen, am Niedrigreck (siehe Reck). Hier turnt man Aufschwünge, Umschwünge, Unterschwünge oder Laufkippen, Schwebekippen, Fallkippen … Als Abgang wären hier der Unterschwung und eventuell die Hocke über die Stange zu nennen.

Am Stufenbarren selbst sind beide Holmen mit einzubeziehen. Begonnen wird meist am niedrigen, erst in höheren Übungen startet man am oberen Holmen. Die Übungsteile am unteren Holmen erinnern an die des Niedrigrecks. Am oberen Holmen sind auch Übung möglich, die sich an einen Schwung unter dem Holmen durch anschließen oder die den unteren Holmen einbeziehen. Im Laufe der Übung wird oft zwischen beiden Holmen hin und her gesprungen. Der Abgang, meist vom oberen Holmen, besteht grundsätzlich aus entweder einem Unterschwung, einer Hocke über den Holmen oder einen Salto. Diese drei Möglichkeiten können noch beliebig variiert werden.

Seitpferd bzw. Pauschenpferd

SeitpferdDas Seit- oder Pauschenpferd ist ein sogenanntes Stützgerät, das nur von männlichen Turnern beturnt wird.

Das Pferd sollte nur mit den Händen – meist an den Pauschen – berührt werden. So sollte eine schwungvolle Übung entstehen. Hoher Schwung ist wichtig, um die Beine über das Pferd zu bugsieren und in der Luft noch alles Mögliche damit anstellen zu können. Zu nennen wären hier Scheren, sowie Unter- bzw. Kreisflanken. Diese sind noch beliebig zu variieren. Spektakulär sind hierbei die Kreisflanken, die statt mit geschlossenen mit offenen Beinen geturnt werden, die sogenannten Thomas-Kreisen. Weiterhin ist es wichtig, auch die Pferdenden in die Übung einzubeziehen und während der Übung eine Drehung auf dem Pferd zu absolvieren.

Da es gerade für junge Turner schwierig ist, dieses Gerät zu meistern, wird es im Vierkampf, der in den jüngeren Bereichen geturnt wird, nicht eingesetzt.

Ringe

RingeDie Ringe sind ein sogenanntes Hanggerät. Sie gehören nicht zum Kontingent der Turnerinnen.

An ihnen ist zur „artgerechten“ Handhabung eine Mischung zwischen Kraft und Schwung vonnöten. Dynamische Vorgänge, wie die Schwungstemme, der Riesenfelgaufschwung, das Schleudern, das Einkugeln oder auch der obligatorische Salto Abgang (in allen Variationen) erfordern eher Schwung, während statische Vorgänge, wie der Handstand, der Kreuzhang mit oder ohne Vorhebhalte der Beine oder die Schwalbe bevorzugt mit Kraft geturnt werden. Eine gute Übung sollte sowohl aus Schwung- wie auch aus Kraftelementen bestehen.

Die Tatsache, dass diese Kombination weder von jungen noch von älteren Turnern verlangt werden kann und wohl auch die für beide Gruppen vergrößerte Verletzungsgefahr beim freiwilligen oder unfreiwilligen Abgang macht die Ringe zu einem reinen Sechskampfgerät.

Sprung

SprungtischDer Sprung ist, wie der Name schon sagt, ein Sprunggerät. Der Sprung wird von beiden Geschlechtern beturnt. Er besteht aus drei Einzelgeräten, dem Bock, dem Kasten und dem Pferd. Kasten oder Pferd können längs oder quer zur Bewegungsrichtung stehen. In letzter Zeit werden diese allerdings durch einen Sprungtisch abgelöst.

Die Kunst ist nicht nur, irgendwie über diese Hindernisse drüberzukommen. Der Sprung einer Turnerin oder eines Turners wird eingeteilt in fünf Phasen: Absprung, erste Flugphase, Abdrücken, zweite Flugphase und Landung. Alles zusammen ergibt eine bestimmte Bewegung.

So gibt es zum Beispiel die Grätsche (ein Spreizen der Beine), die Hocke, den Handstützüberschlag, normal oder kombiniert mit Schraube, Salto oder was auch immer oder den Flick – Flack (auch hier sind Kombinationen möglich).

Der Absprung sollte vor allem Höhe geben, die Weite müsste sich nach genügend schnellem Anlauf von selbst einstellen. In der ersten Flugphase wird der Sprung eingeleitet, während das Abdrücken die Voraussetzung für eine erfolgreiche zweite Flugphase ist. Bei leichteren Sprüngen sollte man hier dann auf einen aufrechten Oberkörper achten, bei schweren Sprüngen folgt in der zweiten Flugphase der Salto oder die Schraube oder eine Kombination. Bei der Landung sollte man vor allem auf einen sauberen Stand achten.

Barren

BarrenDer Barren ist ein Gerät, an dem nur männliche Turner ihr Glück versuchen. Er zählt zu den Stützgeräten.

Als Basis für die Übungsteile dienen die beiden Holmen, zwischen denen sich der größte Teil der Übung abspielt. Die Holmen sind in verschiedene Höhen einstellbar, werden aber stets auf gleicher Höhe beturnt.

Man turnt hier, je nach Alter und Höhe des Barrens verschiedene Übungsteile. Bei den niedriger bewerteten Übungen ist es durchaus erlaubt, auch mal die Beine auf dem Holmen zu haben, woraus Übungsteile wie beispielsweise die Rolle vorwärts auf dem Barren resultieren. Die höher bewerteten Übungen sehen dies nicht mehr vor. Hier werden Schwungstemmen, Kippen, Hand- und Oberarmstände oder Unterschwünge, … geturnt. Im höherklassigen Bereich sieht man hier auch schon mal einen Salto oder ein anderes Flugelement.

Sowohl Beginn, als auch Ende der Übung sind sehr variabel. Ein Abgang kann zum Beispiel nach vorne oder nach hinten, durch den Handstand gehen, sich als Hocke über den Holmen präsentieren oder in einem Salto enden. Je nach Geschmack.

Reck

SpannreckDas Reck ist ein Hanggerät. Dies ist, bezogen auf das sogenannte Niedrigreck, das eher an ein Stützgerät erinnert, nicht leicht einzusehen. Betrachtet man jedoch das Hochreck, an dem keine Turnerinnen aktiv werden (siehe Stufenbarren), so erklärt sich diese Bezeichnung.

Man beginnt die Karriere im Reckturnen am Niedrigreck. Hier turnt man Aufschwünge, Umschwünge, Unterschwünge oder Laufkippen, Schwebekippen, Fallkippen … Als Abgang wären hier der Unterschwung und eventuell die Hocke über die Stange zu nennen.

Am Hochreck fällt die Laufkippe weg, wie wohl leicht einsehbar ist. Dafür kommen hier Übungsteile hinzu, die einen Schwung unter der Stange hindurch nötig machen. Hierzu zählt der der Riesenfelgaufschwung, die Schwungstemme, die Sturzfelge oder der Riesenfelgumschwung, besser bekannt unter dem Namen Riesen, und der Salto Abgang. Es ist auch durchaus denkbar, die Hände für kurze Zeit vom Reck zu lösen und nach einem Sprung über die Stange erst wieder zuzupacken. Dies beschränkt sich aber auf sehr schwierige Übungsteile.

Oft wird das Reck als das „Königsgerät“ bezeichnet.